Zur Islamkonferenz erklärt Cem Özdemir, Bundesvorsitzender von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:
"Der Innenminister wiederholt nur Selbstverständliches, wenn er darauf verweist, dass Deutschland historisch stärker durch das Christentum als durch den Islam geprägt ist. Die Islamkonferenz ist aber kein historisches Seminar, sondern eine Plattform für Staat, die islamischen Verbände und unabhängige Muslime, um die Einbürgerung des Islam voranzubringen. Geredet wurde bislang viel, von bundeseinheitlichen Lösungen ist man jedoch weit entfernt. Wenn die Islamkonferenz nicht endlich aus der symbolischen Phase heraustritt, wird dieses anfangs vielversprechende Projekt an die Wand gefahren. In diesem Fall werden die Bundesländer, die für relevante Fragen wie etwa die Einführung eines islamischen Religionsunterrichts ohnehin zuständig sind, jeweils eigene Wege einschlagen. Das Ergebnis wäre ein Flickenteppich.
Die Deutsche Islamkonferenz muss sich endlich ihrer Aufgabe stellen und die Einbürgerung des Islam unter dem Dach des Grundgesetzes voranbringen. Dazu gehört auch die Ausbildung islamischer Religionsgemeinschaften im Sinne unseres Grundgesetzes. Zu diesem Zweck muss transparent verdeutlicht werden, welche konkreten Leistungen die islamischen Verbände auf diesem Weg zu erbringen haben. Bis dahin und da die Verbände nur eine Minderheit der Muslime repräsentieren, ist die Einbindung unabhängiger gläubiger Muslime unabdingbar. Wenn es derzeit etwa um die pragmatische Einführung islamischen Religionsunterrichts geht, müssen auch sie beteiligt werden.
Fragen der inneren Sicherheit gehören zur Aufgabe des Innenministers. Entsprechend will er mit den Muslimen Deutschlands nun offenbar eine Sicherheitspartnerschaft eingehen. Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass die islamischen Verbände auf dem Boden des Grundgesetzes agieren müssen. Auch die große Mehrheit der unabhängigen Muslime tut das ohnehin und schon lange. Dem Innenminister sollte bewusst sein, dass er mit seiner Rhetorik bereitwillig in Kauf nimmt, die in Deutschland lebenden Muslime unter Generalverdacht zu stellen.“ 29.03.11
Dienstag, März 29, 2011
Montag, Januar 24, 2011
Brandanschläge auf Moschee "aufgeklärt"
Nach sieben Brandanschlägen auf Berliner Moscheen wurde am Freitagabend im Stadtteil Neukölln ein 30-jähriger Mann verhaftet, der inzwischen geständig sei. Der Täter sei zuvor "nicht polizeibekannt" gewesen. Daran scheint sich im Wochenenddienst nur wenig geändert zu haben, denn weder Tatmotiv noch sonstige Verhältnisse des Täters sind bislang verlautbart.
Montag, November 30, 2009
31% der Schweizer stimmten gegen Religionsfreiheit

Die geringe Beteiligung sorgte für die "Überraschung", dass sich die rechtsextremistische SVP (Schweizerische Volkspartei) mit dem Minarettverbot durchsetzen konnte. Aber es ist nicht nur ein brauner Triumph für die SVP, sondern auch für die Machthaber in Teheran und anderswo, die wie die SVP von der vermeintlich christlich-islamischen Widersprüchen profitieren, aber all dieses Treiben hat weder im christlichen Glauben noch im Islam eine Rechtfertigung, sondern ausschließlich in den durch Feindseligkeit geschürten Ängsten. Die Volksabstimmung in der Schweiz gegen Minarette wirkt sich politisch wie eine Volksabstimmung in muslimischen Ländern gegen Kirchtürme aus.
Mittwoch, März 12, 2008
Feindbild Islam
Arbeitsthesen zum Antiislamismus
1. Islamismus und Antiislamismus bedingen sich wechselseitig.
2. Das Feindbild Islam gibt es, seit es den Islam gibt.
a) Politische Kriege: Gegenseitig unter Instrumentalisierung der Religionen.
b) Religiöse Konkurrenz: Gegenseitig per Diffamierung der Religionen.
3. Das Feindbild Islam bekam durch den 11.9. terroristisches Format.
a) "Neue Weltordnung": Militärischer Interventionismus unter falschen Vorwänden, z.B. zwecks "Terrorbekämpfung", zwecks "Verhinderung von Massenvernichtungswaffen", zwecks "Verteidigung der Menschenrechte", zwecks "Demokratisierung", ... - nichts davon erwies sich als wahr oder ließ sich militärisch realisieren.
b) "Heiliger Krieg": Terrorismus als Variante der asymmetrischen Kriegsführung, zwar zwecks "Verteidigung des islamischen Glaubens" behauptet, aber eher als politische Opposition zur Partnerschaft zwischen Oligarchien und westlichen Staaten.
4. Das Feindbild Islam ist die neue Ideologie der Ausländerfeindlichkeit.
a) Soziale Konkurrenz: Die asymmetrische Wohlstandsentwicklung auch in den Industrie-Staaten führt zur Verarmung breiterer Schichten und zu Tendenzen, Zuwanderer für die Arbeitslosigkeit und Sozialkürzungen verantwortlich zu machen.
"Geiz ist geil" wurde vom bloßen Werbeslogan zum entsolidarisierenden Prinzip der Asozialität. Gleichwohl ist Geiz und Neid nicht salonfähig. Mit dem Antiislamismus wird ein libertäres Interesse in der Weise vorgeschoben, dass der Koran ausschließlich totalitär zu interpretieren sei und totalitäre Staaten, die sich auf den Islam berufen, nicht mittels Koran zur Achtung der Menschenrechte und zur Demokratie verpflichtbar seien.
b) Beiderseitige Integrationshindernisse: Integration setzt beiderseitige Assimilation voraus, aber wird missverstanden bzw. diffamiert >> www.inidia.de/assimilation.htm ; so wird letztlich auch die Integrationspolitik diffamiert. Muslime, die diesem Feindbild nicht entsprechen, werden sowohl seitens der Islamisten als auch der Antiislamisten als falschgläubig oder ungläubig diffamiert.
1. Islamismus und Antiislamismus bedingen sich wechselseitig.
2. Das Feindbild Islam gibt es, seit es den Islam gibt.
a) Politische Kriege: Gegenseitig unter Instrumentalisierung der Religionen.
b) Religiöse Konkurrenz: Gegenseitig per Diffamierung der Religionen.
3. Das Feindbild Islam bekam durch den 11.9. terroristisches Format.
a) "Neue Weltordnung": Militärischer Interventionismus unter falschen Vorwänden, z.B. zwecks "Terrorbekämpfung", zwecks "Verhinderung von Massenvernichtungswaffen", zwecks "Verteidigung der Menschenrechte", zwecks "Demokratisierung", ... - nichts davon erwies sich als wahr oder ließ sich militärisch realisieren.
b) "Heiliger Krieg": Terrorismus als Variante der asymmetrischen Kriegsführung, zwar zwecks "Verteidigung des islamischen Glaubens" behauptet, aber eher als politische Opposition zur Partnerschaft zwischen Oligarchien und westlichen Staaten.
4. Das Feindbild Islam ist die neue Ideologie der Ausländerfeindlichkeit.
a) Soziale Konkurrenz: Die asymmetrische Wohlstandsentwicklung auch in den Industrie-Staaten führt zur Verarmung breiterer Schichten und zu Tendenzen, Zuwanderer für die Arbeitslosigkeit und Sozialkürzungen verantwortlich zu machen.
"Geiz ist geil" wurde vom bloßen Werbeslogan zum entsolidarisierenden Prinzip der Asozialität. Gleichwohl ist Geiz und Neid nicht salonfähig. Mit dem Antiislamismus wird ein libertäres Interesse in der Weise vorgeschoben, dass der Koran ausschließlich totalitär zu interpretieren sei und totalitäre Staaten, die sich auf den Islam berufen, nicht mittels Koran zur Achtung der Menschenrechte und zur Demokratie verpflichtbar seien.
b) Beiderseitige Integrationshindernisse: Integration setzt beiderseitige Assimilation voraus, aber wird missverstanden bzw. diffamiert >> www.inidia.de/assimilation.htm ; so wird letztlich auch die Integrationspolitik diffamiert. Muslime, die diesem Feindbild nicht entsprechen, werden sowohl seitens der Islamisten als auch der Antiislamisten als falschgläubig oder ungläubig diffamiert.
Sonntag, März 09, 2008
"Warum sieht man keine Muslime gegen den Islamismus protestieren?"
Es waren vielleicht 25.000 Muslime, die am 21.11.2004 dem Aufruf "Gemeinsam für Frieden und gegen Terror" zur Großdemonstration in Köln folgten und jeglichem Extremismus eine Absage erteilten.
Wer dennoch fragt, warum "man" keine Muslime gegen den Islamismus demonstrieren sieht, sollte sich selber fragen, woran es liegt, dass er es nicht sieht.
Und solchen kann "man" nur anraten, mit Muslimen das Gespräch zu suchen. Sonst bleibt es bei der Verdächtigung - und dann klappt es nicht mit dem "Gemeinsam für Frieden und gegen Terror".
-markus rabanus-
Wer dennoch fragt, warum "man" keine Muslime gegen den Islamismus demonstrieren sieht, sollte sich selber fragen, woran es liegt, dass er es nicht sieht.
Und solchen kann "man" nur anraten, mit Muslimen das Gespräch zu suchen. Sonst bleibt es bei der Verdächtigung - und dann klappt es nicht mit dem "Gemeinsam für Frieden und gegen Terror".
-markus rabanus-
Samstag, März 08, 2008
Wallraff will "Islam positiv provozieren"
Köln (Deutschland), wikinews 08.03.2008 – Der Kölner Schriftsteller Günter Wallraff plant eine Lesung der „Satanischen Verse“ von Salman Rushdie auf dem Gelände einer Moschee in einem nicht näher bezeichneten Ort in Deutschland. Diese Ankündigung machte Wallraff am Freitag auf dem Literaturfestival lit.Cologne.
Der 1988 erschienene Roman Rushdies hatte in der islamischen Welt für Aufregung gesorgt, weil die darin enthaltene Darstellung des Propheten Mohammed als Beleidigung des Islam interpretiert worden war. Der damalige iranische Religionsführer und Staatsoberhaupt der islamischen Republik Iran, Ayatollah Khomeini, hatte Rushdie wegen der Veröffentlichung des Romans 1989 mit einer Fatwa belegt. Der indisch-britische Schriftsteller lebt seither im Untergrund.
Wallraff beabsichtigt mit der Lesung in einer Begegnungsstätte auf dem Gelände einer Moschee eine „positive Provokation“, die dazu beitragen soll, das literarische Werk Rushdies als ein „Stück Weltliteratur“ wahrzunehmen. Ursprünglich hatte Wallraff eine Lesung in einer geplanten Moschee im Kölner Stadtteil Ehrenfeld geplant. Nach Ansicht Wallraffs wäre eine solche Lesung ein „Symbol für die Öffnung des Islams“ gewesen. Der Träger der Kölner Moschee, die Türkisch-Islamische Union (Ditib), lehnte nach zunächst signalisierter Offenheit für das Projekt jedoch schließlich ab. Wallraff hatte nach der Ankündigung Morddrohungen erhalten.
KOMMENTAR
Alles hat seine Zeit. Überlegen, was es braucht. Bringt Provokation Wasser auf die Glut?
-markus rabanus-
Der 1988 erschienene Roman Rushdies hatte in der islamischen Welt für Aufregung gesorgt, weil die darin enthaltene Darstellung des Propheten Mohammed als Beleidigung des Islam interpretiert worden war. Der damalige iranische Religionsführer und Staatsoberhaupt der islamischen Republik Iran, Ayatollah Khomeini, hatte Rushdie wegen der Veröffentlichung des Romans 1989 mit einer Fatwa belegt. Der indisch-britische Schriftsteller lebt seither im Untergrund.
Wallraff beabsichtigt mit der Lesung in einer Begegnungsstätte auf dem Gelände einer Moschee eine „positive Provokation“, die dazu beitragen soll, das literarische Werk Rushdies als ein „Stück Weltliteratur“ wahrzunehmen. Ursprünglich hatte Wallraff eine Lesung in einer geplanten Moschee im Kölner Stadtteil Ehrenfeld geplant. Nach Ansicht Wallraffs wäre eine solche Lesung ein „Symbol für die Öffnung des Islams“ gewesen. Der Träger der Kölner Moschee, die Türkisch-Islamische Union (Ditib), lehnte nach zunächst signalisierter Offenheit für das Projekt jedoch schließlich ab. Wallraff hatte nach der Ankündigung Morddrohungen erhalten.
KOMMENTAR
Alles hat seine Zeit. Überlegen, was es braucht. Bringt Provokation Wasser auf die Glut?
-markus rabanus-
Montag, März 03, 2008
Auge um Auge, Zahn um Zahn
Erik schrieb am 02.03.2008 19:57 Uhr: "Das Problem liegt im Prinzip "Aug um Aug - Zahn um Zahn", das vom Alten Testament in den Koran übernommen wurde."
Dieses Prinzip wird annähernd von jedem Strolch und rachsüchtigem Politiker praktiziert, ob nun "übernommen" ohne Kenntnis von Koran und Bibel - "Wie Du mir, so ich Dir", ...
Es ist also die Vorstellung einer Gerechtigkeit durch Erwiderung eines Unrechts mit einer Tat gleicher Art. Und Strafe soll ja sein.
Aber wenn der Bestrafer dem Bestraften die Strafe nicht als verdient glaubwürdig zu machen schafft, dann erscheint dem Bestraften die Strafe nicht als Strafe, sondern als Unrecht.
Das Ergebnis wäre die Doppelung des Leids. Und das wäre sogar noch der "Idealfall", denn in der Realität provoziert das zweite Unrecht oft noch drittes und hundertes Unrecht - als Kettenreaktion.
In der Realität geht es oft noch schlimmer zu, wenn aus beispielsweise einem Attentat direkte Begründung für den 1. Weltkrieg des vergangenen Jahrhunderts wurde. Mit etwa 10 Mio. Toten. So hat man sich auch an "Aug um Aug" nicht gehalten.
Gescheitere Christen und gescheitere Muslime wirst Du nicht finden, die "Aug um Aug" fordern oder praktizieren, weil sie es
a) als Obergrenze der statthaften Reaktion verstehen,
b) die es möglichst zu vermeiden gilt, wenn der Verzicht darauf mehr Augen als durch "Aug um Aug" zu retten wahrscheinlicher macht.
Aber wer die gescheiteren Muslime nicht mag, sondern nur die blöderen, weil sie besser ins Feindbild passen, wird sagen: "Die Muslime müssen Augen ausstechen", während ich sage: "Nein, müssen und dürfen sie nicht, wenn sie gute Muslime sein wollen."
Dann achte drauf, dass Du ihnen nicht zum Anstifter wirst, denn es könnte Dein Auge treffen. Und Du hättest es dann mehr als ich verdient.
-msr- >> www.Diskussionen.de
Dieses Prinzip wird annähernd von jedem Strolch und rachsüchtigem Politiker praktiziert, ob nun "übernommen" ohne Kenntnis von Koran und Bibel - "Wie Du mir, so ich Dir", ...
Es ist also die Vorstellung einer Gerechtigkeit durch Erwiderung eines Unrechts mit einer Tat gleicher Art. Und Strafe soll ja sein.
Aber wenn der Bestrafer dem Bestraften die Strafe nicht als verdient glaubwürdig zu machen schafft, dann erscheint dem Bestraften die Strafe nicht als Strafe, sondern als Unrecht.
Das Ergebnis wäre die Doppelung des Leids. Und das wäre sogar noch der "Idealfall", denn in der Realität provoziert das zweite Unrecht oft noch drittes und hundertes Unrecht - als Kettenreaktion.
In der Realität geht es oft noch schlimmer zu, wenn aus beispielsweise einem Attentat direkte Begründung für den 1. Weltkrieg des vergangenen Jahrhunderts wurde. Mit etwa 10 Mio. Toten. So hat man sich auch an "Aug um Aug" nicht gehalten.
Gescheitere Christen und gescheitere Muslime wirst Du nicht finden, die "Aug um Aug" fordern oder praktizieren, weil sie es
a) als Obergrenze der statthaften Reaktion verstehen,
b) die es möglichst zu vermeiden gilt, wenn der Verzicht darauf mehr Augen als durch "Aug um Aug" zu retten wahrscheinlicher macht.
Aber wer die gescheiteren Muslime nicht mag, sondern nur die blöderen, weil sie besser ins Feindbild passen, wird sagen: "Die Muslime müssen Augen ausstechen", während ich sage: "Nein, müssen und dürfen sie nicht, wenn sie gute Muslime sein wollen."
Dann achte drauf, dass Du ihnen nicht zum Anstifter wirst, denn es könnte Dein Auge treffen. Und Du hättest es dann mehr als ich verdient.
-msr- >> www.Diskussionen.de
Abonnieren
Posts (Atom)