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Mittwoch, November 11, 2015

EMMA & FOX im Heiligen Krieg gegen Muslime

Da gab es ein Fußballspiel in den Niederlanden am 1.11.2015. Der FC Utrecht gegen Twente Eschede. Mit Endstand 4:2, aber das dürfte die Redaktion unserer EMMA nicht sonderlich interessiert haben. Mich auch nicht.

Furore machte das Spiel dennoch, weil der muslimische Torschütze Nacer Barazite im Anschluss interviewt wurde, dann aus religiösen Gründen der TV-Reporterin Hélène Hendriks die Hand gab.
Die Reporterin erklärte, dass sie "bei religiösen Motiven kein Problem" damit habe - und der betreffende Fußballspieler sei "ein richtig netter Kerl".
Stimmt, das ist er. Und es gibt genügend Youtubes, sich davon zu überzeugen.

Und Frau Hendriks hatte nach eigenen Angaben bloß "vergessen", dass der Verein diese muslimische Anderssitte sogar "vertraglich akzeptiert und per Rundschreiben den Medien mitgeteilt" hatte.
Im Gegenzug habe Barazite respektiert, sich von weiblichen Physiotherapeuten des Clubs betreuen zu lassen. Freut mich für ihn, wenn es der Physiotherapeutin denn recht ist.
Doch alle Vorkehrung nutzte nichts, denn was den Betroffenen kein Drama war, können dann ja andere draus machen, die nach Argumenten für ihre Anliegen gieren, um grad auch jetzt Muslimen aus Kriegsgebieten die Zuflucht zu verwehren.
Keine Perfidie zu perfide, nutzte der ehemalige Chefredakteur eines niederländischen Fußballmagazins seinen Talkshow-Auftritt zur Verleumdung, dass sich Barazite "für den IS rekrutieren" solle.

Aha? Ein "richtig netter Kerl" vom FC Utrecht sei besser in einer Killerhorde aufgehoben?

Genau das begeistert niederländische Rechtsextremisten und nun auch unsere zunehmend BILD- und deutschtümelnde EMMA, wenn das feministische Magazin über Facebook einen Kommentar des schweizerischen Tagesanzeiger.ch verbreitet, wo es im Untertitel heißt, Zitat: "Ein strenggläubiger Fussballer verletzt vor laufender Kamera die Würde einer Frau. Das ist unerträglich."

Die Spekulation, ob "strenggläubig" oder leichtgläubig & Brauch, mochte ich EMMA nicht zu erläutern versuchen, doch etwas Widerspruch inmitten der "Empörten" bzw. Begeisterten soll sein.

Mein Posting an EMMA-Facebook:

Wie schnell doch Artikel gefallen, wenn sie in Feindbilder passen, aber dann sei wenigstens angemerkt, dass genau solche Gefälligkeit nicht zum Pluralismus-Bekenntnis unseres Grundgesetzes passen.
Wer also glaubt, dass die Sitten der Mehrheitsgesellschaft Verbindlichkeit für Minderheiten entfalten dürften, verkennt nicht bloß unseren aufgeklärten Freiheitsbegriff, sondern auch den beachtlichen Unterschied zwischen Sitten und Gesetzen.
Die Verweigerung des Händedrucks als Missachtung zu deuten, mag zwar hier vielen so scheinen, aber mir schon aus genanntem Pluralismus-Gebot nicht und nebenbei auch nicht aus hygienischen Gründen, denn der Händedruck ist m.E. nette Unsitte, auf die sich gut verzichten ließe.

Mittwoch, März 12, 2008

Feindbild Islam

Arbeitsthesen zum Antiislamismus

1. Islamismus und Antiislamismus bedingen sich wechselseitig.

2. Das Feindbild Islam gibt es, seit es den Islam gibt.

a) Politische Kriege: Gegenseitig unter Instrumentalisierung der Religionen.

b) Religiöse Konkurrenz: Gegenseitig per Diffamierung der Religionen.

3. Das Feindbild Islam bekam durch den 11.9. terroristisches Format.

a) "Neue Weltordnung": Militärischer Interventionismus unter falschen Vorwänden, z.B. zwecks "Terrorbekämpfung", zwecks "Verhinderung von Massenvernichtungswaffen", zwecks "Verteidigung der Menschenrechte", zwecks "Demokratisierung", ... - nichts davon erwies sich als wahr oder ließ sich militärisch realisieren.

b) "Heiliger Krieg": Terrorismus als Variante der asymmetrischen Kriegsführung, zwar zwecks "Verteidigung des islamischen Glaubens" behauptet, aber eher als politische Opposition zur Partnerschaft zwischen Oligarchien und westlichen Staaten.

4. Das Feindbild Islam ist die neue Ideologie der Ausländerfeindlichkeit.

a) Soziale Konkurrenz: Die asymmetrische Wohlstandsentwicklung auch in den Industrie-Staaten führt zur Verarmung breiterer Schichten und zu Tendenzen, Zuwanderer für die Arbeitslosigkeit und Sozialkürzungen verantwortlich zu machen.

"Geiz ist geil" wurde vom bloßen Werbeslogan zum entsolidarisierenden Prinzip der Asozialität. Gleichwohl ist Geiz und Neid nicht salonfähig. Mit dem Antiislamismus wird ein libertäres Interesse in der Weise vorgeschoben, dass der Koran ausschließlich totalitär zu interpretieren sei und totalitäre Staaten, die sich auf den Islam berufen, nicht mittels Koran zur Achtung der Menschenrechte und zur Demokratie verpflichtbar seien.

b) Beiderseitige Integrationshindernisse: Integration setzt beiderseitige Assimilation voraus, aber wird missverstanden bzw. diffamiert >> www.inidia.de/assimilation.htm ; so wird letztlich auch die Integrationspolitik diffamiert. Muslime, die diesem Feindbild nicht entsprechen, werden sowohl seitens der Islamisten als auch der Antiislamisten als falschgläubig oder ungläubig diffamiert.

Montag, März 03, 2008

Auge um Auge, Zahn um Zahn

Erik schrieb am 02.03.2008 19:57 Uhr: "Das Problem liegt im Prinzip "Aug um Aug - Zahn um Zahn", das vom Alten Testament in den Koran übernommen wurde."

Dieses Prinzip wird annähernd von jedem Strolch und rachsüchtigem Politiker praktiziert, ob nun "übernommen" ohne Kenntnis von Koran und Bibel - "Wie Du mir, so ich Dir", ...

Es ist also die Vorstellung einer Gerechtigkeit durch Erwiderung eines Unrechts mit einer Tat gleicher Art. Und Strafe soll ja sein.
Aber wenn der Bestrafer dem Bestraften die Strafe nicht als verdient glaubwürdig zu machen schafft, dann erscheint dem Bestraften die Strafe nicht als Strafe, sondern als Unrecht.
Das Ergebnis wäre die Doppelung des Leids. Und das wäre sogar noch der "Idealfall", denn in der Realität provoziert das zweite Unrecht oft noch drittes und hundertes Unrecht - als Kettenreaktion.

In der Realität geht es oft noch schlimmer zu, wenn aus beispielsweise einem Attentat direkte Begründung für den 1. Weltkrieg des vergangenen Jahrhunderts wurde. Mit etwa 10 Mio. Toten. So hat man sich auch an "Aug um Aug" nicht gehalten.

Gescheitere Christen und gescheitere Muslime wirst Du nicht finden, die "Aug um Aug" fordern oder praktizieren, weil sie es
a) als Obergrenze der statthaften Reaktion verstehen,
b) die es möglichst zu vermeiden gilt, wenn der Verzicht darauf mehr Augen als durch "Aug um Aug" zu retten wahrscheinlicher macht.

Aber wer die gescheiteren Muslime nicht mag, sondern nur die blöderen, weil sie besser ins Feindbild passen, wird sagen: "Die Muslime müssen Augen ausstechen", während ich sage: "Nein, müssen und dürfen sie nicht, wenn sie gute Muslime sein wollen."

Dann achte drauf, dass Du ihnen nicht zum Anstifter wirst, denn es könnte Dein Auge treffen. Und Du hättest es dann mehr als ich verdient.

-msr- >> www.Diskussionen.de

Donnerstag, Februar 28, 2008

Inidia-Diskussion: Antiislamismus

Anonymer User schrieb am 30.01.2008 11:45 Uhr: "Also ist auch Gandalf einer, der sich stark macht für die Kritik an den Verfehlungen der eigenen Kultur und dabei jene Kulturen in Schutz nimmt, bei denen genau in jenen zu kritisierenden Punkten noch vieles viel ärger aussieht."

Kennst Dich in Deiner eigenen Kultur nicht aus, wenn Du nicht weißt, dass die Kritik am anderen die Selbstkritik voraussetzt, um moralisch glaubwürdig zu sein? >> Mt 7,1-5

Anonymer User schrieb: "Das nämlich gab es im Christentum nie ... und widerspricht somit einer totalitären Auffassung des christlichen Glaubens."


Die Realität steht halt häufig gegen den Anspruch. Darum ließen sich eine Menge Christen vor den Karren der Nazis spannen.

Anonymer User schrieb: "Dürfte ich dich beschuldigen, wenn ich in deinem Namen ein Verbrechen begehe?"

So wenig, wie Du eine Religion für die Verbrechen von Religiösen verantwortlich machen darfst.

Anonymer User schrieb: "Die Kreuzzüge waren natürlich nicht im Interesse Jesu, denn der Unterschied zu Mohammed liegt ja darin, dass letzterer zu Krieg und Gewalt gegen Andersgläubige bereits zu Lebzeiten aufgerufen hat und selbst über 20 Kriegszüge angeführt hat."

Der Prophet der Muslime war mir, Dir, der Merkel, dem Joschka, dem Bush, Blair, Putin, Schröder, Bin Laden usw. sicherlich ähnlicher als dem Jesus des Neuen Testaments, dessen Jenseits-Hoffnung so groß war, dass er den gewaltlosen Widerstand und den Verlust des irdischen Lebens als kleineres Übel empfehlen mochte.
Ich habe Achtung vor solch wahren Märtyrern, aber teile ihre predige ihnen nicht alles nach. Siehst Du das anders? Dann sei gewiss, dass ich Dich auch darin nach Kräften schützen würde, ohne Dir zuzustimmen.

Anonymer User schrieb: "(das christentum bringt auch sehr wohl ideologie mit sich)... aber keine totalitäre, wie das im Islam der Fall ist."

Jesus scheint auch mir nicht totalitär, aber er steht hier politisch auch gar nicht in der Kritik, sondern totalitäre "Christen", absolutistische Herrscher mit ihren Europa verheerenden Kriegen >> "cuius regio, eius religio" = Herrschaft bestimmt das Bekenntnis, wenngleich die Bekenntnisse für die Herrschaft instrumentalisiert wurden. Dazu brauchte es Interpretationen und Auslese solcher Sprüche, die den Widersprüchen entsprachen.

So macht es Bin Laden, so machst Du es - mit dem Islam.

Ich hingegen halte mehr davon, wenn sich Christen, Juden, Muslime, Hindus usw. solcher Interpretationen und Auslesen besinnen, die ihre Glaubensbekenntnisse in deren Pluralität anerkennen und nicht für das gegenseitige Morden instrumentalisieren lassen.

Du scheinst Dir den Frieden davon zu erhoffen, dass Du einen Islam vertrittst, der jeden Muslim verpflichte, Dir den Garaus zu machen. Aber so krass drauf ist vielleicht noch nicht einmal Bin Laden. Befrage mal seine Anhänger, ob Du ihnen andersgläubig sein darfst. Mir wären die Taliban verdächtiger, aber so ganz genau wissen wir es auch bei denen nicht. Es wird halt jede Menge geballert und wenig debattiert.

-msr- >> Diskussionen.de