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Freitag, Juli 01, 2016

Hund und Islam

@Kerstin Wal...

haben Sie tatsächlich mit "Verpisst Euch doch einfach alle wieder dahin zurück, wo Ihr rausgekrochen seid. Widerliches Geschmeiß" geantwortet?

Da können Sie froh sein, dass ich nicht Zeuge war, denn solche Reaktionen sind strafbar (auf Antrag des Geschädigten) und dazu hätte ich dem Muslim geraten, wenn Sie sich nicht bei ihm entschuldigen.
Aber eventuell ist es sogar Volksverhetzung, weil gegen eine komplette Minderheit gerichtet.

Niemand kann und muss alles über Religionen wissen, aber dann dürfen Sie auch nicht über Muslime reden, als würden Sie den Islam kennen.

Deshalb mal folgendes:

1. Der Islam ist wie auch das Juden- und Christentum eine Religion, die leider wenig, wenig zugunsten menschlicher Tierliebe verlautbaren lassen und eher dafür sorgen, dass sich der Mensch anmaßt, über die Tiere herrschen zu dürfen. Diesbezüglich sind andere Religionen netter, z.B. der Hinduismus, der Buddhismus, japanische Religionen und viele, viele Religionen Afrikas, der Ureinwohner Australiens und des indogenen Amerikas sind in Bezug auf die Tierwelt erheblich tierliebender.

Aber es ist nun mal so, dass sich die meisten Menschen ihre Religion nicht aussuchen, sondern von ihren Eltern eingetrichtert bekommen.

Wenn wir heute in Staaten mit christlichen Mehrheiten den Tieren gegenüber wohler gesonnen sind als in früheren Jahrhunderten, dann weil wir uns änderten - und das geschah nicht dadurch, dass wir uns hätten "verpissen" sollen.

2. Der Islam ist keine einheitliche Religion, sondern wie andere Religionen in viele Richtungen zersplittert und nicht selten einander feindlich eingestellt. Wie auch das europäische Christentum im Dreißigjährigen Krieg, als sich Protestanten und Katholiken gegenseitig ganze Regionen ausrotteten, während es sicherlich auch Christen gab, die all dieses Morden als unchristlich verurteilten.
Deshalb ist es falsch, den ganzen Islam zu verteufeln, als gäbe es davon nur eine einzige und missliebigste Version.

Schon immer befürworteten höchste Islamgelehrte (z.B. in Hadithen) die Hundehaltung zu als Wachhund, als Herden- und Schäferhund, als Jagdhund und Blindenhund, zu sogenannt "dienlichen" Zwecken.

Ablehnung unter konservativen Juden, Christen und Muslimen erfährt die Hundehaltung jedoch zur bloßen Befriedigung menschlicher Bedürfnisse nach Liebe seitens der Tiere.

Obendrein gilt allen drei genannten Religionen der Hund als "unrein", was zu Zeiten und auch heute noch in Regionen schlechterer Allgemeinhygiene und schlechterer Medizinversorgung auch ganz sicher ein größeres Problem darstellt als für uns in modernen Wohlstandsgesellschaften.

Darauf hätten Sie ihn freundlich hinweisen können und übrigens auch darauf, dass sich der Koran gegenüber Andersgläubigen nicht in die Hundehaltung einmischt.

Und Sie hätten darauf hinweisen können, dass in Staaten mit Glaubensfreiheit religiöse Gebote nur denen gelten, die daran glauben, also jedes Menschen persönliche Gewissensentscheidung ist.

Übrigens habe ich Mühe, Ihnen überhaupt diese Geschichte zu glauben, denn ich wohnte im Wedding, habe Häuser dort wie in Neuköln, Reinickendorf und anderen Berlin-Bezirken, aber so einen Schwachsinn hörte ich von Muslimen nie, zumal ich Hunderte in der Mieterschaft und einige in der Belegschaft habe - und auch sehr tierliebe Muslime mit Hunden.

Schließlich noch das politische Argument:

Wir hatten viel zu oft schlimmste Zeiten, in denen Juden und "Zigeuner" verleumdet wurden, dass sie die Brunnen vergiften, die Pest übertragen usw. Demnächst dann Muslime? Als wenn es keine "germanischen" Strolche gäbe, die uns die Hunde hassen. Und zwar auch in meinen Häusern. Und das waren keine Muslime.

Wer Tierschutz will, argumentiert für Tiere, aber wer den Tierschutz missbraucht, um gegen Minderheiten zu hetzen, tut auch den Tieren nichts Gutes, sondern macht sie zum Streitobjekt.

Liebe Grüße aus Pankow.
Markus S. Rabanus

Montag, November 16, 2015

Zu den Anschlägen von Paris und anderswo

Jede Religion hat gute und schlechte Gebote, weil (so denke ich als Atheist) so vieles aus guten oder bösen Köpfen, mal besser, mal schlechter gelaunt, wie es die Tagespolitik der Menschen so oft im Kampf gegen den Menschen zu brauchen glaubt - und es für Politiker praktischer ist, wenn es als "Gotteswort" gilt - nicht hinterfragt werden darf.

Und weil so oft schlechte und gute Gebote im Widerspruch zueinander stehen, bleibt dem Gläubigen nichts anderes als die eigene Wahl, welche ihm wichtiger sind, wie er sie für sich interpretiert.
Die Feindseligen interessieren sich nur für die schlechten Gebote; wenn man ihnen mit den guten kommt, um ihnen ein bisschen die Feindschaft zu stutzen, dann überkommt sie das Kotzen - und dann schreien sie: "Verrat!", als würden sie nicht fortlaufend Verrat betreiben am Guten.

Nun, wir könnten den Feindseligen die Welt überlassen, wenn sie sich bloß gegenseitig erschlügen, aber das tun sie leider nicht, sondern sie führen ihre Kriege so,

a) dass sich möglichst die gesamte Menschheit in einander verfeindete Lager teilt,

b) dass dem Feind nichts heile bleibt - und weil auf Gegenseitigkeit, dann sieht es halt aus wie in Warschau; Berlin 1945 oder Damaskus 2015.

Deshalb verlaufen mir die Fronten anders, eben nicht zwischen den Feindseligen, denn die machen gemeinsame Sache, wie in der Ukraine und in Syrien zu sehen, sondern zwischen den Guten und Schlechten, wenngleich das oft schwer zu unterscheiden ist, aber es macht Sinn, wenn die Guten über alle Ansinnen der Schlechten hinweg zusammen den Schlechten die Grenzen aufzeigen.
Das wäre zugleich anderer Krieg, als er üblich ist. Kobane hätte nicht "rückerobert" werden dürfen, wie es durch Bewaffnung einer Bürgerkriegspartei vollkommen abwegig geschah, als würde mir die Polizei, die ich gegen Einbrecher rufe, mir eine Waffe zuwerfen anstatt mich zu verteidigen.

Kobane hätte eingekesselt gehört von uns Guten, weil wir uns sonst nicht von den Schlechten unterscheiden.
Wir müssen unsere Feinde nicht töten wollen, sondern zur Kapitulation Gelegenheit geben und fragen:

"Hallo @Abu-DingsdaBummms, alias Marvin aus Neukölln, was hast du in Kobane zu suchen und Menschen aus ihren Häusern zu vertreiben oder gar zu ermorden?"

Und Abu-DingsdaBumms würde vielleicht sagen, dass er es aus religiösen Gründen tun müsse, weil es der rechte Weg sei, denn er durfte in die Neuköllner Disco nach drei Schlägereien nicht mehr hinein.

Also dann lesen wir ihm mal andere Suren aus dem Koran vor, die ihm offenbar zu wenig gepredigt wurden:

1.) 'Ihr sollt glauben und gute Werke tun' (25:70). Gott liebt diejenigen, die Gutes tun.' (2:195).

2.) 'Gott verbietet, was schändlich, abscheulich und gewalttätig ist.' (16.90).

3.) 'Wehrt das Böse durch das Gute ab.' (13:22).

4.) 'Richtet auf Erden kein Unheil an.' (2:60).

5.) 'Stiftet Frieden unter den Menschen.' (2:224).

6.) 'Wer vergibt, ruht sicher bei Gott.' (42:40).

7.) 'Bringt Euch nicht selbst ums Leben!' (4:29). (Verbot des Selbstmords).

8.) 'Wenn Ihr einen Menschen tötet, so ist es, als hättet Ihr die ganze Menschheit getötet' (5:32).

Tja, mein missratener Abu, dann musst du nun in ein Strafgefangenenlager; wirst fortan nur noch diese Suren zu lesen bekommen, denn offenbar bist du zu dämlich, die anderen Suren so zu verstehen, dass du nicht zum Sünder bzw. Verbrecher wirst.

Mittwoch, November 11, 2015

EMMA & FOX im Heiligen Krieg gegen Muslime

Da gab es ein Fußballspiel in den Niederlanden am 1.11.2015. Der FC Utrecht gegen Twente Eschede. Mit Endstand 4:2, aber das dürfte die Redaktion unserer EMMA nicht sonderlich interessiert haben. Mich auch nicht.

Furore machte das Spiel dennoch, weil der muslimische Torschütze Nacer Barazite im Anschluss interviewt wurde, dann aus religiösen Gründen der TV-Reporterin Hélène Hendriks die Hand gab.
Die Reporterin erklärte, dass sie "bei religiösen Motiven kein Problem" damit habe - und der betreffende Fußballspieler sei "ein richtig netter Kerl".
Stimmt, das ist er. Und es gibt genügend Youtubes, sich davon zu überzeugen.

Und Frau Hendriks hatte nach eigenen Angaben bloß "vergessen", dass der Verein diese muslimische Anderssitte sogar "vertraglich akzeptiert und per Rundschreiben den Medien mitgeteilt" hatte.
Im Gegenzug habe Barazite respektiert, sich von weiblichen Physiotherapeuten des Clubs betreuen zu lassen. Freut mich für ihn, wenn es der Physiotherapeutin denn recht ist.
Doch alle Vorkehrung nutzte nichts, denn was den Betroffenen kein Drama war, können dann ja andere draus machen, die nach Argumenten für ihre Anliegen gieren, um grad auch jetzt Muslimen aus Kriegsgebieten die Zuflucht zu verwehren.
Keine Perfidie zu perfide, nutzte der ehemalige Chefredakteur eines niederländischen Fußballmagazins seinen Talkshow-Auftritt zur Verleumdung, dass sich Barazite "für den IS rekrutieren" solle.

Aha? Ein "richtig netter Kerl" vom FC Utrecht sei besser in einer Killerhorde aufgehoben?

Genau das begeistert niederländische Rechtsextremisten und nun auch unsere zunehmend BILD- und deutschtümelnde EMMA, wenn das feministische Magazin über Facebook einen Kommentar des schweizerischen Tagesanzeiger.ch verbreitet, wo es im Untertitel heißt, Zitat: "Ein strenggläubiger Fussballer verletzt vor laufender Kamera die Würde einer Frau. Das ist unerträglich."

Die Spekulation, ob "strenggläubig" oder leichtgläubig & Brauch, mochte ich EMMA nicht zu erläutern versuchen, doch etwas Widerspruch inmitten der "Empörten" bzw. Begeisterten soll sein.

Mein Posting an EMMA-Facebook:

Wie schnell doch Artikel gefallen, wenn sie in Feindbilder passen, aber dann sei wenigstens angemerkt, dass genau solche Gefälligkeit nicht zum Pluralismus-Bekenntnis unseres Grundgesetzes passen.
Wer also glaubt, dass die Sitten der Mehrheitsgesellschaft Verbindlichkeit für Minderheiten entfalten dürften, verkennt nicht bloß unseren aufgeklärten Freiheitsbegriff, sondern auch den beachtlichen Unterschied zwischen Sitten und Gesetzen.
Die Verweigerung des Händedrucks als Missachtung zu deuten, mag zwar hier vielen so scheinen, aber mir schon aus genanntem Pluralismus-Gebot nicht und nebenbei auch nicht aus hygienischen Gründen, denn der Händedruck ist m.E. nette Unsitte, auf die sich gut verzichten ließe.

Donnerstag, Januar 30, 2014

Dummspruch des Monats von Kardinal Joachim Meisner

Der Kölner Kardinal Joachim Meisner: "Ich sage immer, eine Familie von euch ersetzt mir drei muslimische Familien."
Jetzt versucht Meisner der Empörung beizukommen: "Meine Wortwahl war in diesem Fall vielleicht unglücklich."
Nein, Herr Meisner, nicht nur "in diesem Fall" und nicht nur "vielleicht", sondern es lässt tief in ein muslimfeindliches Denken blicken. Wann werden Sie lernen, Ihre Sprüche und Ihr Denken der Kontrolle zu unterziehen, was der biblische Jesus dazu sagen würde?

Donnerstag, August 22, 2013

Zum NSU-Abschlussbericht

Der Abschlussbericht umfasst mehr als 1.000 Seiten, wird hoffentlich interessanter zu lesen sein als das Zuhören bei der heutigen Pressekonferenz, die es zwar mit viel harscher Kritik an Strukturen und Personen der Sicherheitsapparate nun in die Schlagzeilen schafft, aber nur wenig davon in der gebührenden Grundsätzlichkeit vorbrachte.

Den Mühen des Ausschussvorsitzenden Edathy und seiner KollegInnen gebührt Respekt, aber unter dem Strich wird für die breite Öffentlichkeit der Eindruck erweckt, dass die rechtsterroristische Mordserie nebst "Ermittlungspannen" ein Einzelfall seien, wie es beispielsweise SPIEGEL.de per Titel als "historisch beispielloses Desaster" zusammenfasst, obgleich allenfalls die Dimension der öffentlichen Wahrnehmung "historisch beispiellos" ist, denn der Rechtsterrorismus ist ein Dauerproblem und die "Ermittlungspannen" systemisch schon leider auch dadurch, wer sich überhaupt solchen Berufen zuwendet, per Konformismus Bequemlichkeit anstrebt, den Rechtsextremismus als Schandfleck vertuscht, mitunter den Rechtsextremismus als Korrektiv gegen den Linksextremismus und Islamismus fehlinterpretiert oder sogar vertritt anstatt die freiheitliche Ordnung tatsächlich auch für diejenigen zu schützen, die unterprivilegiert zu den Opfern des Rechtsextremismus werden.

Freitag, August 24, 2012

Oslo: Lebenslänglich für den 77-fachen Mörder Breivik

Im Prozess gegen den rechtsextremistischen Massenmörder Anders Behring Breivik (*1989 Oslo) erging heute nach 13 Monaten das Urteil.
Breivik wird 21 Jahre Haft verbüßen und kommt anschließend in Sicherungsverwahrung, zumal die Gesellschaft davor bewahrt werden muss, dass Breivik durch eine Wiederholungstat seine vorgeschobene Unerschütterlichkeit unter Beweis stellen könnte, denn er vergoss zwar im Verlaufe der vielen Prozesstage mitunter auch Tränen und bedauerte einige Erschießungen, beharrte aber insgesamt darauf, zu diesem privaten Feldzug gegen Kommunismus, Islam und Sozialdemokratie politisch gerechtfertigt gewesen zu sein. >> Diskussionen.de

Sonntag, Juli 15, 2012

Beschneidungsverbot vs. Religionsfreiheit?

Hätten mich meine Eltern gefragt, hätte ich vielleicht "Ja" gesagt, aber würde ich heute gefragt, so wäre meine Antwort: Nein.
Das ist kein Groll, zumal verschmerzt, sondern Verständnis, aber Missbilligung, die wenig bewegt, solange die Stimmen der Betroffenen schweigen, als ginge es darum, die eigenen Eltern strafrechtlicher Ungnade auszusetzen, denn auch das wäre dem Kindeswohl abträglich und im Vergleich zur Mädchenbeschneidung noch weniger verhältnismäßig - anders je nach Kulturkreis, denn der Mehrheit gebührt Respekt, sofern sie sich um Respekt gegenüber Minderheiten müht, worauf in zivilisierten Gesellschaften zu achten ist.
Falls aus Gründen solchen Respekts demnächst die oberste Justiz oder der Gesetzgeber die Beschneidung ausdrücklich legalisiert, so erübrigt das nicht den Streit, denn das Elternrecht soll das Kindesrecht auf körperliche Unversehrtheit achten und die Religionsfreiheit soll dem Kinde nicht vorgreifen dürfen.
"Es geht niemanden an", wäre unzivilisiert, denn es geht immer alle an, wenn mit Menschen wehrlosen Menschen tun, wie es eben den Kindern geschieht, sicherlich "gut gemeint", aber schlecht überlegt.

Hintergrund: Das Kölner Landgericht hat ein amtsgerichtliches Urteil bestätigt, wonach die Beschneidung den Straftatbestand der Körperverletzung erfülle. Die Urteile werden seitens der religiösen Vereinigungen scharf verurteilt. Politiker von Regierung und Opposition stellten rasche Klärung in Aussicht, die Beschneidung straflos zu stellen.

Die Frankfurter Rundschau kommentiert: „Die Beschneidung - mag sie nun medizinisch sinnvoll sein oder nicht - ist ein geringfügiger körperlicher Eingriff, .." - Dem Autor empfehle ich, sich der Prozedur zu unterziehen, um beurteilen zu können, ob der Eingriff "geringfügig" ist, wenn die Betäubung nachlässt.

Markus Rabanus >> zum Thema Beschneidung

Sonntag, April 15, 2012

Salafisten-Hysterie und die "Strenggläubigkeit"

Die Hysterie um die "Salafisten" kommt ihnen grad recht, zumal unsere ach so gescheiten Medien die ideologischen Trugbilder 1:1 verbreiten, wenn bspw. die Tagesschau.de dieser Gruppierung attestiert, sie sei "fundamentalistisch" und für "besonders strenge Auslegung des Koran", folglich für die "Vernichtung anderer Religionen", ...
Solche Folgerungen haben im Koran (wie auch in der Bibel) stets nur partiell "Fundament", während es ausreichend Suren (wie auch Verse) gibt, die Toleranz anmahnen. Sobald sich der "Fundamentalisten" und "Strenggläubige" auf die Intoleranz vereinseitigen, gebühren ihnen genau solche Zuordnungen nicht mehr, mit denen sie sich schmücken.

Markus Rabanus >> Diskussion

Donnerstag, April 12, 2012

"Pro NRW" mit rechtem Terror gegen Muslime

Die rechtsextremistische Partei "Pro NRW" meldete eine Demonstration gegen eine Moschee in Münster an. Nun wäre es Pflicht von Ordnungsbehörden und Gerichten, diese Volksverhetzungsveranstaltung zu unterbinden, wenigstens aber im Nachgang die Volksverhetzer strafrechtlich zu verfolgen.
Das Problem ist jedoch, dass viele Bürger, Behörden und Richter mit dem Antiislamismus sympathisieren und leugnen, dass sich der Antiislamismus sowohl personell als auch inhaltlich nicht vom Antisemitismus und Antipluralismus unterscheidet.
Es scheint trotz einer inzwischen aufgeflogenen Terrororganisation noch immer kein genügendes Gespür dafür zu geben, was es bedeutet, im Fadenkreuz rechtsextremistischer Gruppierungen zu stehen.

Markus Rabanus

Montag, Dezember 19, 2011

Wolfgang Herles und die ideologische Brandstiftung

Im ARD-Talk von Jauch meinte Wolfgang Herles, die Islam-Bemerkung (2010) des Bundespräsidenten sei "unterkomplex" gewesen, denn wenn der Islam zu Deutschland gehöre, dann auch Deutschland zum Islam gehöre, was offenkundiger Unfug sei. Es regte sich kein Widerspruch, aber das gehört nachgeholt:

Hallo Herr Herles, an solch vermeintlichen Unfug sind wir doch in Sachen Christentum und seit Auschwitz auch mit dem Judentum bestens gewöhnt. Entweder vermeintlichen Unfug für keinen oder für alle! Wer den Islam ausgrenzt, grenzt Muslime aus. Das ist die ideologische Brandstifterei, die Muslimen an den Kragen geht - und vielen, die davor warnen und Integration (einschließlich des Islam als gleichberechtigte Religion) fordern.

Markus Rabanus >> Diskussion

Sonntag, Juli 31, 2011

ZDF-Säureanschlag auf den Islam

"Auge-um-Auge" wurde heute in mindestens zwei ZDF-Meldungen als "islamisches Gesetz" und "islamisches Prinzip" bezeichnet. 
Richtig müsste es "iranisches Recht" heißen, denn mit dem Islam ist dieses Prinzip heute so wenig vereinbar, wie es heute "Auge-um-Auge" mit dem "jüdischen Recht" wäre.
Es gibt keinerlei vernünftigen Grund, dass sich unsere öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten ausgerechnet die Islam-Interpretationen des gegenwärtigen Regimes in Teheran zueigen machen.
Es gibt hingegen reichlich vernünftige Gründe, den Islam wie das Judentum gegen inhumane Deutungen zu verteidigen.

Markus Rabanus >> Diskussion

Dienstag, Juli 26, 2011

Oslo: Attentäter-Verteidigung plädiert auf Unzurechnungsfähigkeit

Nach Auffassung der Verteidigung ist der Oslo-Attentäter unzurechnungsfähig, weil er sich in einem Krieg glaube. Tja, der "Kriegszustand" ist für nahezu jede Art Extremismus Normalzustand, allemal für Rechtsextremisten. Die Lösung kann kaum sein, ihnen ihre politischen Schwerstverbrechen "nicht zuzurechnen".
Markus Rabanus >> AntifaForum

Montag, November 30, 2009

31% der Schweizer stimmten gegen Religionsfreiheit



Die geringe Beteiligung sorgte für die "Überraschung", dass sich die rechtsextremistische SVP (Schweizerische Volkspartei) mit dem Minarettverbot durchsetzen konnte. Aber es ist nicht nur ein brauner Triumph für die SVP, sondern auch für die Machthaber in Teheran und anderswo, die wie die SVP von der vermeintlich christlich-islamischen Widersprüchen profitieren, aber all dieses Treiben hat weder im christlichen Glauben noch im Islam eine Rechtfertigung, sondern ausschließlich in den durch Feindseligkeit geschürten Ängsten. Die Volksabstimmung in der Schweiz gegen Minarette wirkt sich politisch wie eine Volksabstimmung in muslimischen Ländern gegen Kirchtürme aus.

  • IslamForum
  • Mittwoch, März 12, 2008

    Feindbild Islam

    Arbeitsthesen zum Antiislamismus

    1. Islamismus und Antiislamismus bedingen sich wechselseitig.

    2. Das Feindbild Islam gibt es, seit es den Islam gibt.

    a) Politische Kriege: Gegenseitig unter Instrumentalisierung der Religionen.

    b) Religiöse Konkurrenz: Gegenseitig per Diffamierung der Religionen.

    3. Das Feindbild Islam bekam durch den 11.9. terroristisches Format.

    a) "Neue Weltordnung": Militärischer Interventionismus unter falschen Vorwänden, z.B. zwecks "Terrorbekämpfung", zwecks "Verhinderung von Massenvernichtungswaffen", zwecks "Verteidigung der Menschenrechte", zwecks "Demokratisierung", ... - nichts davon erwies sich als wahr oder ließ sich militärisch realisieren.

    b) "Heiliger Krieg": Terrorismus als Variante der asymmetrischen Kriegsführung, zwar zwecks "Verteidigung des islamischen Glaubens" behauptet, aber eher als politische Opposition zur Partnerschaft zwischen Oligarchien und westlichen Staaten.

    4. Das Feindbild Islam ist die neue Ideologie der Ausländerfeindlichkeit.

    a) Soziale Konkurrenz: Die asymmetrische Wohlstandsentwicklung auch in den Industrie-Staaten führt zur Verarmung breiterer Schichten und zu Tendenzen, Zuwanderer für die Arbeitslosigkeit und Sozialkürzungen verantwortlich zu machen.

    "Geiz ist geil" wurde vom bloßen Werbeslogan zum entsolidarisierenden Prinzip der Asozialität. Gleichwohl ist Geiz und Neid nicht salonfähig. Mit dem Antiislamismus wird ein libertäres Interesse in der Weise vorgeschoben, dass der Koran ausschließlich totalitär zu interpretieren sei und totalitäre Staaten, die sich auf den Islam berufen, nicht mittels Koran zur Achtung der Menschenrechte und zur Demokratie verpflichtbar seien.

    b) Beiderseitige Integrationshindernisse: Integration setzt beiderseitige Assimilation voraus, aber wird missverstanden bzw. diffamiert >> www.inidia.de/assimilation.htm ; so wird letztlich auch die Integrationspolitik diffamiert. Muslime, die diesem Feindbild nicht entsprechen, werden sowohl seitens der Islamisten als auch der Antiislamisten als falschgläubig oder ungläubig diffamiert.

    Sonntag, März 09, 2008

    "Warum sieht man keine Muslime gegen den Islamismus protestieren?"

    Es waren vielleicht 25.000 Muslime, die am 21.11.2004 dem Aufruf "Gemeinsam für Frieden und gegen Terror" zur Großdemonstration in Köln folgten und jeglichem Extremismus eine Absage erteilten.

    Wer dennoch fragt, warum "man" keine Muslime gegen den Islamismus demonstrieren sieht, sollte sich selber fragen, woran es liegt, dass er es nicht sieht.
    Und solchen kann "man" nur anraten, mit Muslimen das Gespräch zu suchen. Sonst bleibt es bei der Verdächtigung - und dann klappt es nicht mit dem "Gemeinsam für Frieden und gegen Terror".

    -markus rabanus-

    Samstag, März 08, 2008

    Wallraff will "Islam positiv provozieren"

    Köln (Deutschland), wikinews 08.03.2008 – Der Kölner Schriftsteller Günter Wallraff plant eine Lesung der „Satanischen Verse“ von Salman Rushdie auf dem Gelände einer Moschee in einem nicht näher bezeichneten Ort in Deutschland. Diese Ankündigung machte Wallraff am Freitag auf dem Literaturfestival lit.Cologne.

    Der 1988 erschienene Roman Rushdies hatte in der islamischen Welt für Aufregung gesorgt, weil die darin enthaltene Darstellung des Propheten Mohammed als Beleidigung des Islam interpretiert worden war. Der damalige iranische Religionsführer und Staatsoberhaupt der islamischen Republik Iran, Ayatollah Khomeini, hatte Rushdie wegen der Veröffentlichung des Romans 1989 mit einer Fatwa belegt. Der indisch-britische Schriftsteller lebt seither im Untergrund.

    Wallraff beabsichtigt mit der Lesung in einer Begegnungsstätte auf dem Gelände einer Moschee eine „positive Provokation“, die dazu beitragen soll, das literarische Werk Rushdies als ein „Stück Weltliteratur“ wahrzunehmen. Ursprünglich hatte Wallraff eine Lesung in einer geplanten Moschee im Kölner Stadtteil Ehrenfeld geplant. Nach Ansicht Wallraffs wäre eine solche Lesung ein „Symbol für die Öffnung des Islams“ gewesen. Der Träger der Kölner Moschee, die Türkisch-Islamische Union (Ditib), lehnte nach zunächst signalisierter Offenheit für das Projekt jedoch schließlich ab. Wallraff hatte nach der Ankündigung Morddrohungen erhalten.

    KOMMENTAR

    Alles hat seine Zeit. Überlegen, was es braucht. Bringt Provokation Wasser auf die Glut?

    -markus rabanus-

    Montag, März 03, 2008

    Auge um Auge, Zahn um Zahn

    Erik schrieb am 02.03.2008 19:57 Uhr: "Das Problem liegt im Prinzip "Aug um Aug - Zahn um Zahn", das vom Alten Testament in den Koran übernommen wurde."

    Dieses Prinzip wird annähernd von jedem Strolch und rachsüchtigem Politiker praktiziert, ob nun "übernommen" ohne Kenntnis von Koran und Bibel - "Wie Du mir, so ich Dir", ...

    Es ist also die Vorstellung einer Gerechtigkeit durch Erwiderung eines Unrechts mit einer Tat gleicher Art. Und Strafe soll ja sein.
    Aber wenn der Bestrafer dem Bestraften die Strafe nicht als verdient glaubwürdig zu machen schafft, dann erscheint dem Bestraften die Strafe nicht als Strafe, sondern als Unrecht.
    Das Ergebnis wäre die Doppelung des Leids. Und das wäre sogar noch der "Idealfall", denn in der Realität provoziert das zweite Unrecht oft noch drittes und hundertes Unrecht - als Kettenreaktion.

    In der Realität geht es oft noch schlimmer zu, wenn aus beispielsweise einem Attentat direkte Begründung für den 1. Weltkrieg des vergangenen Jahrhunderts wurde. Mit etwa 10 Mio. Toten. So hat man sich auch an "Aug um Aug" nicht gehalten.

    Gescheitere Christen und gescheitere Muslime wirst Du nicht finden, die "Aug um Aug" fordern oder praktizieren, weil sie es
    a) als Obergrenze der statthaften Reaktion verstehen,
    b) die es möglichst zu vermeiden gilt, wenn der Verzicht darauf mehr Augen als durch "Aug um Aug" zu retten wahrscheinlicher macht.

    Aber wer die gescheiteren Muslime nicht mag, sondern nur die blöderen, weil sie besser ins Feindbild passen, wird sagen: "Die Muslime müssen Augen ausstechen", während ich sage: "Nein, müssen und dürfen sie nicht, wenn sie gute Muslime sein wollen."

    Dann achte drauf, dass Du ihnen nicht zum Anstifter wirst, denn es könnte Dein Auge treffen. Und Du hättest es dann mehr als ich verdient.

    -msr- >> www.Diskussionen.de

    Donnerstag, Februar 28, 2008

    Inidia-Diskussion: Antiislamismus

    Anonymer User schrieb am 30.01.2008 11:45 Uhr: "Also ist auch Gandalf einer, der sich stark macht für die Kritik an den Verfehlungen der eigenen Kultur und dabei jene Kulturen in Schutz nimmt, bei denen genau in jenen zu kritisierenden Punkten noch vieles viel ärger aussieht."

    Kennst Dich in Deiner eigenen Kultur nicht aus, wenn Du nicht weißt, dass die Kritik am anderen die Selbstkritik voraussetzt, um moralisch glaubwürdig zu sein? >> Mt 7,1-5

    Anonymer User schrieb: "Das nämlich gab es im Christentum nie ... und widerspricht somit einer totalitären Auffassung des christlichen Glaubens."


    Die Realität steht halt häufig gegen den Anspruch. Darum ließen sich eine Menge Christen vor den Karren der Nazis spannen.

    Anonymer User schrieb: "Dürfte ich dich beschuldigen, wenn ich in deinem Namen ein Verbrechen begehe?"

    So wenig, wie Du eine Religion für die Verbrechen von Religiösen verantwortlich machen darfst.

    Anonymer User schrieb: "Die Kreuzzüge waren natürlich nicht im Interesse Jesu, denn der Unterschied zu Mohammed liegt ja darin, dass letzterer zu Krieg und Gewalt gegen Andersgläubige bereits zu Lebzeiten aufgerufen hat und selbst über 20 Kriegszüge angeführt hat."

    Der Prophet der Muslime war mir, Dir, der Merkel, dem Joschka, dem Bush, Blair, Putin, Schröder, Bin Laden usw. sicherlich ähnlicher als dem Jesus des Neuen Testaments, dessen Jenseits-Hoffnung so groß war, dass er den gewaltlosen Widerstand und den Verlust des irdischen Lebens als kleineres Übel empfehlen mochte.
    Ich habe Achtung vor solch wahren Märtyrern, aber teile ihre predige ihnen nicht alles nach. Siehst Du das anders? Dann sei gewiss, dass ich Dich auch darin nach Kräften schützen würde, ohne Dir zuzustimmen.

    Anonymer User schrieb: "(das christentum bringt auch sehr wohl ideologie mit sich)... aber keine totalitäre, wie das im Islam der Fall ist."

    Jesus scheint auch mir nicht totalitär, aber er steht hier politisch auch gar nicht in der Kritik, sondern totalitäre "Christen", absolutistische Herrscher mit ihren Europa verheerenden Kriegen >> "cuius regio, eius religio" = Herrschaft bestimmt das Bekenntnis, wenngleich die Bekenntnisse für die Herrschaft instrumentalisiert wurden. Dazu brauchte es Interpretationen und Auslese solcher Sprüche, die den Widersprüchen entsprachen.

    So macht es Bin Laden, so machst Du es - mit dem Islam.

    Ich hingegen halte mehr davon, wenn sich Christen, Juden, Muslime, Hindus usw. solcher Interpretationen und Auslesen besinnen, die ihre Glaubensbekenntnisse in deren Pluralität anerkennen und nicht für das gegenseitige Morden instrumentalisieren lassen.

    Du scheinst Dir den Frieden davon zu erhoffen, dass Du einen Islam vertrittst, der jeden Muslim verpflichte, Dir den Garaus zu machen. Aber so krass drauf ist vielleicht noch nicht einmal Bin Laden. Befrage mal seine Anhänger, ob Du ihnen andersgläubig sein darfst. Mir wären die Taliban verdächtiger, aber so ganz genau wissen wir es auch bei denen nicht. Es wird halt jede Menge geballert und wenig debattiert.

    -msr- >> Diskussionen.de

    Donnerstag, Februar 09, 2006

    Kronzeugen der Freiheit?

    In Zeiten von Konflikten ist die Versuchung groß, nach Kronzeugen für die eigenen Argumente zu suchen. So haben jetzt, wie die Exil-Iraker vor dem Irakkrieg, diejenigen Konjunktur, die den Seitenwechsel vollzogen. Dummerweise lassen sich Friedensschlüsse nicht Tischen erzielen, an denen der wirkliche Feind nicht sitzt. Es sei denn, man könnte diktieren.

    Es geht um einen Spiegel-Artikel mit der Überschrift "Entschuldigt Euch nicht!"
    >> www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,398876,00.html

    Darin fordert der "in pakistanischen Koran-Schulen erzogene Schriftsteller" Ibn Warraq den Westen auf, die Meinungsfreiheit zu verteidigen. Schön und gut. Wir werden es versuchen. Der Teufel sitzt im Detail. Ibn Warraq wirbt gegen Kompromisse, die Meinungsfreiheit sei die "wichtigste Frage unserer Zeit" und sucht sich Unterstützung bei Größen wie dem britischen Philosoph John Stuart Mill (1806 - 1873), den er aus dem Werk "Über die Freiheit" mit dem Spruch zitiert: "Es ist befremdlich, dass Menschen zugeben, wie wertvoll Argumente für eine freie Diskussion sind, sie jedoch zurückweisen, wenn sie ins Extrem getrieben werden; dabei übersehen sie, dass Gründe, die für den Extremfall nicht taugen, für keinen Fall taugen." Erstens klärt solches Getöne nicht die Frage, was denn "Extremfall" der Meinungsfreiheit sei, ob etwa auch die nachweisliche Unwahrheit, Unverschämtheit usw., zweitens verabsolutiert der Artikel mal wieder die Freiheit, als seien Frieden und Rücksichtnahme nicht gleichwichtige Werte. Auch die klügsten Philosophen sind nur Verirrte, wenn sie nicht merken, dass ihnen das "Wichtigste" stirbt, weil sie anderes in der Wichtigkeit unterschätzen und ihnen daraus keine Relativitäten erwachsen.
    Ibn Warraq schließt diesem Irrtum eine abenteuerliche Geschichtsschreibung an, die jeglichen Vorzug und Fortschritt auf Freiheit gegründet sehen will, also übertüncht, wie oft sich die Freiheit ins Extrem konstruiert ihre Grenzen verpasst und ins Gegenteil verkehrt. Ausdrücklich beschreibt Warraq den "britischen Imperialismus" als Kulturbewahrer und reduziert den "islamischen Imperialismus" als Zerstörer all dessen, was uns und nicht nur unseren Archäologen lieb und teuer ist. "Entschuldigt Euch nicht!", so seine andauernde Beschwörung, nicht für historische Verbrechen, denn der Westen baute die Eisenbahnnetze, brachte Medizin und Bildung, ... "Verlangt Dank!", fordert er nicht, aber zwischen den Zeilen, vielleicht doch nicht ganz des Altruismus sicher, wie es sein Text suggeriert. "Entschuldigt Euch nicht!", sonst gelte es auf Beethoven und Shakespeare zu verzichten, stattdessen unseren Frauen die Klitoris beschneiden und sie steinigen im Falle des Ehebruchs. Das können nur Rückständige wollen. Ich also nicht. Was rät uns Ibn Warraq? "Stattdessen sollte man ihnen erzählen von den Jahrhunderten des Kampfes, der zur Freiheit führte, den sie und alle anderen wertschätzen, genießen, und den sie sich zu Nutze machen. ..."
    Nun endlich kommt Sinn in sein Essay, aber sein "Stattdessen" bleibt Scheinalternative, betrügerische Illusion, weil die "westliche Freiheit" genau auch deshalb Schatten wirft, so oft sie nur die "Freiheit für den Westen" erstrebt und von den zwei anderen Aufklärungsessentials "Gleichheit, Brüderlichkeit" zu wenig wissen will.

    -msr-